Argumente für Massnahmen im Inland
Die Schweiz hat im Inland viel zu tun ...
Der jährliche Treibhausgas-Ausstoss der Schweiz setzt sich aus rund 53 Mio. t CO2e im In-land und nochmals rund 40 Mio. t CO2e im Ausland zusammen. Damit hat das Land einen hohen Ausstoss von 12.5 Tonnen CO2e pro Kopf und liegt im Bereich der anderen Industrie-länder!
Die Schweiz hat zwar Massnahmen zur Reduktion der eigenen Emissionen eingeleitet, aber bisher zu wenig erreicht. Wir sind immer noch über dem Stand von 1990 und die CO2-Emissionen aus dem Verkehrsbereich wachsen stark – heute sind es plus 9.1% gegenüber Stand 1990 – statt minus 8%. Kurz: Es besteht hoher inländischer Handlungsbedarf.
... und sie kann viel tun
Das inländische Reduktionspotential der Schweiz ist hoch, vor allem beim Verkehr (mit den schlechtesten Flotten-Werten von 187 g CO2/km in der EU-15), bei den energieintensiven Betrieben (z.B. Zementindustrie, die für 30% der Schweizer Industrieemissionen zeichnet) und bei den Gebäuden (wo ein immenses wirtschaftliches – und langfristiges – Potential drinsteckt).
Vertiefte Informationen siehe Dokument:
Wissenschaftliche Grundlagen
![]() Zwei Grad Erwärmung heisst für die Schweiz: Vier Grad - das bringt Berge zum rutschen. |
Die Leitlinie und die wissenschaftliche Basis wurde dieses Jahr gelegt - unter dem Begriff UNO-Klimarat (IPCC) haben rund 2500 Klimawissenschafter die Fakten auf den Tisch gelegt. Das wichtigste: Die Erde darf sich keinesfalls mehr als 2° Celsius erwärmen.
Weichenstellung bei der Energie - für den Schutz des Klimas
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Um die schlimmsten Entwicklungen zu verhindern muss ein rasanter Umbau der Energieversorgung stattfinden und vorhandene Resssourcen optimal, also mit grösster Effizienz genutzt werden.
- Reduktion des Treibhausgasausstosses der Schweiz: 30% bis 2020
- Energieversorgung unter der Vorgabe der Emissionsreduktion: Erneuerbare Energien statt gefährliche neue Grosskraftwerke (Gas und Atom)
- Emissionsreduktion beim Verkehr - auf maximal 130gCO2 pro Kilometer
Factsheet D: Klima- und Energiepolitik
Factsheet F: Climat et energie
Drei Themenbereiche, ein Ziel: Die grössten Gefahren des Klimawandels verhindern
1) Reduktion des Treibhausgas-Ausstosses der Schweiz
Die Schweiz stösst pro Kopf und Jahr 12,5 Tonnen CO2 aus. In diese Zahl eingerechnet sind die grauen Treibhausgase, also das, was unser Konsum im Ausland an Emissionen verursacht. Mit diesem hohen Ausstoss reiht sich die Schweiz zuvorderst bei den Industrieländern ein und zwar, obwohl unsere Stromproduktion auf CO2-intensive fossile Produktion aus Kohle und Öl verzichtet.
Um die Vorgabe von maximal 2°C Erwärmung einzuhalten, sind von den Industrieländern grosse Schritte notwendig - für den Grossemittenten Schweiz eine Reduktion von 30% CO2 gegenüber Stand 1990 bis ins Jahr 2020 und 90% bis 2050. Diese Reduktion muss im Inland stattfinden. Nur so bleibt die besonders vom Klimawandel betroffene Schweiz gegenüber anderen Staaten glaubwürdig.
Die Studie "Klimamasterplan" legt dar, mit welchen Massnahmen diese Reduktion erreicht werden kann:
• Dynamische Lenkungsabgabe auf allen Energieträgern und Treibhausgasen
• Für Sanierungen von Gebäuden und bei Neubauten nur die energiesparendste Technologie (Minergie-P)
• CO2-Abgabe auf Treibstoffen (siehe unten) und Anreize, um den durchschnittlichen Ausstoss der Fahrzeug-Flotte zu optimieren.
>> Zentrale Geschäfte in der Klima-Legislatur:
Zweite Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto-Protokoll ab 2013, Neugestaltung und Stärkung des CO2-Gesetzes.
2) Gesicherte Stromversorgung: Weg vom Hochenergiepfad
Die Schweiz hat zwei Möglichkeiten: Sie verbleibt beim aktuellen hohen Energieverbrauch und einer ungebremsten Verbrauchszunahme, was den Ausbau der Stromproduktion mit umwelt- und klimaschädlichen Grosskraftwerken bedingt, einen zweistelligen Milliardenbetrag kostet, die Abhängigkeit vom Ausland zementiert und Innovation behindert. Oder sie kann den Hochenergiepfad mit Hilfe von Energieeffizienz-Massnahmen verlassen und sich auf lange Frist optimal auf die Versorgung mit erneuerbaren Energien vorbereiten.
Welche Grundsatzentscheide und Instrumente es braucht, um den Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft einzuschlagen, zeigt die Studie "Energie-Perspektiven 2050" auf:
• Dynamische Lenkungsabgabe auf allen Energieträgern und Treibhausgasen
• Auf der nun bestehenden Einspeisevergütung aufbauen: Festlegung und Umsetzung hoher Ausbauziele für den Anteil der erneuerbaren Energien (z.B. Nutzungspflicht für Sonnenenergie bei Neubauten)
• Hohe Effizienzstandards für Geräte und Maschinen und tiefe Stand-By-Limiten: Nur die besten dürfen auf den Markt, die schlechtesten müssen weg
• Verbot neuer Elektroheizungen, Ersatzfrist und -programm für die bestehenden
• Konsequente Förderung der dezentralen Energieversorgung mit Wärme-Kraft-Kopplung: produziert Strom und nutzt die Wärme.
Mit solchen Massnahmen braucht es weder neue Atomkraftwerke mit ungelöstem Entsorgungsproblem und dem Risiko einer untragbaren, nicht versicherten Strahlen-Katastrophe noch Gaskraftwerke mit hohem CO2-Ausstoss.
>> Zentrale Geschäfte in der Klima-Legislatur:
Sie werden unter verschiedenen Arbeitstiteln darüber zu entscheiden haben, ob die Schweiz den risikoreichen, teuren Pfad oder aber den zukunftsfähigen Weg Richtung 2000-Watt-Gesellschaft einschlägt.
3) Emissionsreduktion beim Verkehr
Der Verkehr trägt in der Schweiz einen Anteil von 30% am gesamten Treibhausgas-Ausstoss. Gemäss CO2-Gesetz muss der Ausstoss aus dem Verkehrsbereich gegenüber Stand 1990 um 8% sinken. Er ist jedoch um 9% angestiegen, die Emissionen laufen völlig aus dem Ruder. Dem ist Einhalt zu gebieten mit der verbindlichen Vorgabe, bis 2012 den CO2-Ausstoss bei den Neuwagen analog zur EU auf 130gCO2/km zu begrenzen, was einem durchschnittlichen Verbrauch von 5,5 Litern Benzin auf 100 km entspricht.
Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es diverse Instrumente. Das wichtigste ist ein Zertifikatesystem für den PW-Kauf, flankiert von der dringenden CO2-Lenkungsabgabe auf Treibstoffen und Mobility-Pricing.
Solche Massnahmen greifen nicht nur beim CO2-Ausstoss, sondern sie reduzieren auch die gesundheitsgefährdenden Luftschadstoffe, darunter Ozon und Feinstaub.
>> Zentrale Geschäfte in der Klima-Legislatur:
Sie werden unter verschiedenen Arbeitstiteln über die Einführung von Instrumenten zur Eindämmung der CO2-Emissionen aus dem Verkehr zu befinden haben.




