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Welt-Klimakonferenzen


Der Morteratsch-Gletscher 2005: Werden die Bemühungen an den internationalen Konferenzen sein Schmelzen aufhalten können? © Adair/Greenpeace

Alljährlich findet im November oder Dezember eine Klimakonferenz mit fast allen Ländern der Erde als Teilnehmende statt. Die letzte Konferenz fand im Dezember 2008 in Poznan, Polen statt. Die nächste Konferenz - COP 15 - wird vom 7.12. - 18.12.09 in Kopenhagen, Dänemark stattfinden.

 

In diesem Dossier finden Sie Informationen zu den Konferenzen und diverse Links zu vertieften Informationen.

 

Chronologie der Welt-Klima-Konferenzen

14. Welt-Klimakonferenz vom 1. - 12.12.08 in Poznan, Polen


Die Konferenz war als Zwischenschritt auf dem Weg von Bali (Konferenz im 07) nach Kopenhagen - wo die Konferenz im 09 stattfinden wird - bezeichnet worden. Sie sollte die Grundlagen legen, damit in einem Jahr alle Länder neue Treibhausgas-Reduktionsziele bis 2020 festlegen und miteinander vereinbaren können.

 

Die Verhandlungen blieben praktisch ergebnislos, was in Anbetracht der Gefährdungen durch die Klimaveränderungen und der Geschwindigkeit des Fortschreiten des Klimawandels als Versagen zu werten ist.

 

Versagt haben vor allem die Industrieländer. Sie tragen die Hauptverantwortung für den jetzt stattfindenden Klimawandel und sie hätten mutige Zahlen auf den Tisch legen müssen. Doch fand dieser Schritt nicht statt.

 

Die Entwicklungsländer hingegen zeigten teilweise auf, dass sie ihre Hausaufgaben angegangen haben, so nannte zum Beispiel Brasilien das Ziel bis 2017 70% der Abholzung der Tropenwälder zu stoppen. Mexiko will bis 2050 mit seinen CO2-Emissionen um 50% runter kommen. Auch wenn das noch nicht reicht, ist es eine gute Nachricht, dass da nun Bewegung in diese Problemstellungen kommt.

 

Die EU hingegen, die zeitgleich mit der Konferenz in Poznan ihr Klimapaket verabschiedete könnte sich nur auf minus 20% CO2 bis 2020 einigen. Davon soll ein grosser Teil im Ausland reduziert werden dürfen, Länder mit zurzeit viel CO2-Ausstoss kriegten viele Schlupflöcher. So ist die EU weder Vorbild noch Zugpferd.

 

Ebenfalls konnten sich die Länder in Polen nicht auf die Finanzierungsmechanismen und -verteilung der Gelder zur Anpassung an den Klimawandel (Adaptation) und zur Vermeidung von Abholzung (Deforestation) einigen, was besonders bei den Ländern des Südens und den besonders vom Klimawandel betroffenen Ländern zu grosser Enttäuschung führte.

 

Am Abschluss der Konferenz herrschte Enttäuschung vor, weil schlicht zu wenig erreicht worden war. Hoffnung lässt nur aufkommen, dass allen klar scheint, dass nächstes Jahr wirklich viel passieren muss und dass in Kopenhagen ein neues Abkommen, das ab 2013 gilt, auf dem Tisch liegen muss. Der andere Anlass zur Zuversicht ist, dass der neue US-Präsident Obama dieses Thema hoch gewichtet und Zeichen aussendet, die so aussehen als würde die USA in Kürze in das gemeinsame Boot zur Bekämpfung des Klimawandels einsteigen.

13. Welt-Klimakonferenz vom 3.-14. Dezember 2007 in Bali

An der Welt-Klimakonferenz in Bali nahmen über 10`000 Teilnehmer aus 180 Ländern teil. Die Konferenz hatte zum Ziel, das die zweite Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto-Protokoll (2013 bis 2017) zu konkretisieren und Ziele für diese Periode festzulegen. Das Ergebnis der Konferenz ist die Bali-Roadmap, ein Verhandlungsmandat welches den Zeitplan für die Neugestaltung des Vertrags vorgibt.

 

Im Folgenden ein Überblick über die Grundzüge des Mandats (sda/afp/verändert durch klimainfo.ch):

 

- Der neue Vertrag soll 2009 auf der Klimakonferenz in Kopenhagen abgeschlossen und in den Folgejahren ratifiziert werden. Das Abkommen deckt dannzumal die zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokoll ab - von 2013 bis 2017. Die USA wollen sich anders als bei der ersten Kyoto-Verpflichtungsperiode an dem neuen Abkommen beteiligen. Neben dem Klimaschutz nennt das Mandat auch die Bedeutung wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung sowie der Armutsbekämpfung als vorrangige Aufgaben.

 

- Grundlage des Mandats sind die Berichte des Weltklimarats (IPCC) zur Gefährdung des Klimasystems. Demnach verringert eine Verzögerung beim Abbau von Treibhausgasemissionen die Chancen, die Temperaturen noch auf einem relativ niedrigeren Niveau zu stabilisieren und damit das Risiko schwerwiegenderer Folgen zu mindern. Es wird anerkannt, dass eine starke Senkung der globalen Emissionen erforderlich ist, um das Ziel zu erreichen, dem Klimawandel gemäss den Empfehlungen des IPCC zu begegnen. In einer Fussnote wird konkret auf die entsprechenden Textstellen im vierten IPCC-Bericht verwiesen.

 

- Die Industrieländer werden zu mess- und überprüfbaren Verpflichtungen und Massnahmen aufgefordert, um den CO2-Ausstoss zu verringern. Dabei soll die Vergleichbarkeit unter den Industriestaaten beachtet werden. Auch die Entwicklungsländer werden zu Massnahmen gegen den Klimawandel aufgefordert. Sie sollen dabei von den Industriestaaten in überprüfbarer Weise technisch, finanziell und durch Ausbildung unterstützt werden.

 

- Das Roden oder die Zerstörung von Wäldern soll wegen des Beitrages zum Treibhauseffekt zugunsten der Bewahrung von Wäldern oder nachhaltiger Forstwirtschaft verringert werden.

 

- Durch internationale Zusammenarbeit soll für besonders betroffene Staaten die Bewältigung von Folgen der Erderwärmung erleichtert werden. Dies gilt besonders für sehr arme Länder und für kleine Inselstaaten sowie für Regionen in Afrika, die von Dürre betroffen sind.

 

- Es wird beschlossen, einen Verhandlungsprozess einzuleiten, um die Ziele der UNO-Klimarahmenkonvention auch nach 2012 umzusetzen. Der Verhandlungsprozess für das neue Abkommen soll von einer Arbeitsgruppe koordiniert werden, die spätestens im April 2008 ihre Arbeit aufnimmt. Für das Arbeitsprogramm sollen dem UNO-Klimasekretariat bis zum 22. Februar Vorschläge eingereicht werden. Der Vorsitz soll jährlich zwischen einem Entwicklungsland und einem Industrieland wechseln. Auf der UNO-Klimakonferenz im Dezember 2008 in Poznan (Posen) soll ein Zwischenbericht vorgelegt werden.

 

Dokumente zur Welt-Klimakonferenz in Bali

 

Greenpeace International | The Bali decisions

Hintergrunddossier zur Welt-Klimakonferenz in Bali

UNFCCC | Offizielle Website der Welt-Klimakonferenz in Bali

 

Weitere anstehende Konferenzen im Bereich Klimaschutz finden Sie hier .

 

 

12. Welt-Klimakonferenz vom 6. - 17. November 2006 in Nairobi / Kenya


Besonders die Länder des Südens leiden unter Dürren - der Klimawandel verstärkt die Gefahr. Bild: Dürre im Amazonas, 2005. © Greeenpeace

In Nairobi findet vom 6. bis 17. November 2006 die 12. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonferenz (COP 12) und die 2. Tagung der Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls (MOP 2) statt. Mehrere Tausend Delegierte der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention sowie des Kyoto-Protokolls werden in Nairobi erwartet.

 

Fokus der Konferenz wird sein, die Ziele in der Klimapolitik für die zweite Kyoto-Verpflichtungsperiode (2013 - 2017) festzulegen. Folgende Schwerpunkte werden auf der Agenda sein:

• Festlegung von Zielen für die Zeit nach Kyoto I bzw. nach 2012

• Beteiligung aller Staaten (insbes. Schwellenländer) an den Reduktionsbemühungen und Anpassungsmassnahmen (Adaptation)

• Inwiefern können bestimmte Wirtschaftsbereiche international zu Klimaschutz-massnahmen verpflichtet werden?

 

Weitere Informationen zur Konferenz 2006 in Nairobi - insbes. Agenda - sind unter der offiziellen Website der Vereinten Nationen zur Klimakonferenz UNFCCC (Meetings) zu finden.

 

Dokumente zur Welt-Klimakonferenz in Nairobi

 

Kurzinfo Nairobi (pdf)

Hintergrunddossier zur Welt-Klimakonferenz in Nairobi

 

Vorbereitungskonferenz 14. - 15. September in Rüschlikon/ZH


Hochwasser 2005 in der Schweiz, Klima-Vorkonferenz 2006 in der Schweiz. ©Greenpeace

Die Vorbereitungskonferenz für die 12. Welt-Klimakonferenz findet in der Schweiz in Rüschlikon/ZH statt. Rund 40 Länder - Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention und des Kyoto-Protokolls - sind eingeladen.

 

Zur Debatte an der Vorbereitungskonferenz stehen Reduktionsziele der für den Klimawandel verantwortlichen Treibhausgase nach 2012 sowie die Finanzierung der Klimaschutzmassnahmen. Ebenfalls behandelt werden soll die Weiterführung der in 2005 in Montreal begonnenen Gespräche über die Beteiligung sämtlicher Länder an den Reduktionsbemühungen und an den Massnahmen zur Anpassung an Klimaveränderungen.

 

SDA-Pressemeldung und frühere Informationen

Vorinformation zur Konferenz

Vorinfo_Konferenz_Rueschlikon.pdf

104 K

Ergebnisse der letzten internationalen Klimakonferenzen


Das Eisstück vom Morteratschgletscher wurde als Sinnbild des Klimawandels in Bern an Bundesrat Leuenberger überreicht und in Montréal präsentiert. ©Greenpeace

Ergebnisse der Welt-Klimakonferenz 2005 in Montreal

An der Konferenz von Montreal 2005 wurden erste wichtige Schritte erreicht: Der Prozess für ein Fortschreiten des Kyoto-Regimes wurde gestartet und die ad hoc working group /awg) arbeitet an den Zielvereinbarungen für die zweite Kyoto-Verpflichtungsperiode (2012-2017).

 

Ergebnisse des UN-Klimagipfels in Montréal

Montréal - ein Tagebuch

 

Zwischenkonferenz in Bonn - 15.-26. Mai 2006

An der Zwischenkonferenz in Bonn vom 15. - 26. Mai 2006 wurde innerhalb der ad hoc working group ein Arbeitsprogramm verabschiedet, das zu wissenschaftlich fundierten Minderungszielen für die Industrienationen innerhalb der nächsten Jahre führen wird. Ebenfalls wurde der Konsens gefunden, dass ein nahtloser Übergang der Kyoto-Verpflichtungsperioden Kyoto I und II nach 2012 nötig ist.

 

Ergebnisse der Klimakonferenz in Bonn/Germany