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UNO-Klimabericht


Es ist noch nicht zu spät, aber Massnahmen zur CO2-Reduktion müssen jetzt ergriffen werden (c)Greenpeace


Die Schweiz ist als Alpenland besonders vom Klimawandel betroffen (Triftgletscher) (c)Greenpeace

 

Im Jahr 2007 erscheint der 4. UNO-Klimabericht welcher jeweils vom IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) erstellt wird. 2500 Forscher und 450 Hauptautoren haben im Laufe von sechs Jahren an dem Bericht gearbeitet. Der erste von insgesamt 3 Teilen wurde am 2.Februar 2007 als Zusammenfassung für Politiker der Presse vorgestellt:

 

IPCC Working Group 1: The Physical Science Basis of Climate Change

 

Dieser erste Teil des UNO-Klimaberichts enthält die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels und prognostiziert die weitere Entwicklung unseres Klimas aufgrund verschiedener Modelle.

 

Der zweite Teil wurde am 6.April 07 in Brüssel publiziert und setzt sich mit den Auswirkungen der Klimaerwärmung sowie möglichen Anpassungsmassnahmen auseinander:

 

IPCC Working Group 2: Climate Change Impacts, Adaption and Vulnerability

 

Der dritte Teil erschien am 4.Mai 07 in Bangkok und geht auf die Frage ein, wie sich der Klimawandel durch menschliches Verhalten bremsen lässt:

 

IPCC Working Group 3: Mitigation of Climate Change

 

Der Weltklimarat IPCC hat am 17.November 07 schliesslich in

Valencia die Zusammenfassung seines Klimaberichtes präsentiert. Die

Daten im 23-seitigen Dokument sind nicht prinzipiell neu, ihre

Zusammenstellung und Gewichtung jedoch schon:

 

IPCC Synthesis Report

 

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Eine Zusammenstellung der zentralen Aussagen von TEIL 1 des

UNO-Klimabericht (sda/dpa):

 

- Elf der vergangenen zwölf Jahre finden sich unter den zwölf

wärmsten seit dem Beginn der Aufzeichnungen um 1850.

 

- Die durchschnittliche Temperatur der Nordhalbkugel in der

zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist "sehr wahrscheinlich" höher

als in irgendeiner 50-Jahres-Periode der vergangenen 500 Jahre.

"Wahrscheinlich" ist sie die höchste Durchschnittstemperatur

mindestens der vergangenen 1300 Jahre.

 

- Der grösste Teil der globalen Temperaturzunahme seit Mitte des

20. Jahrhunderts geht "sehr wahrscheinlich" auf den vom Menschen

verstärkten Treibhauseffekt zurück.

 

- Die Ozeane haben sich seit den 1960er Jahren bis in eine Tiefe

von 3000 Metern erwärmt. Die Weltmeere haben bislang etwa

80 Prozent der Wärme aufgenommen, die dem Klimasystem zusätzlich

zugeführt wurde.

 

- Der Meeresspiegel ist im 20. Jahrhundert wahrscheinlich um

insgesamt 17 Zentimeter gestiegen.

 

- Eisverluste in der Antarktis und auf Grönland tragen zum

Anstieg des Meeresspiegels bei. In diesen Regionen fliessen etliche

Gletscher zudem schneller.

 

- Berggletscher und Schneedecken sind sowohl auf der Nord- als

auch auf der Südhalbkugel auf dem Rückzug.

 

- Die Temperaturen der oberen Lagen des Permafrostbodens in der

Arktis haben seit den 1980er Jahren um bis zu drei Grad Celsius

zugenommen.

 

- Satelliten- und Ballonmessdaten zeigen, dass sich nicht nur

die bodennahen, sondern auch die höheren Luftschichten erwärmen.

 

- Eine deutliche Zunahme des Niederschlags wird in den östlichen

Teilen Nord- und Südamerikas, in Nordeuropa und Zentralasien

beobachtet.

 

- Grössere Trockenheit gibt es in der Sahelzone, der

Mittelmeerregion, im südlichen Afrika und in Teilen Südasiens.

 

- Kalte Tage, kalte Nächte und Frost sind seltener geworden,

heisse tage, heisse Nächte und Hitzewellen treten häufiger auf.

 

- Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass die Intensität

tropischer Stürme im Nordatlantik zugenommen hat. Dies geht einher

mit höheren Oberflächentemperaturen der tropischen Meere.

 

- In den nächsten zwei Jahrzehnten wird die Temperatur alle zehn

Jahre um 0,2 Grad Celsius steigen.

 

- Selbst wenn die Konzentration der Treibhausgase im Jahr 2000

auf dem damaligen Stand eingefroren worden wäre, wäre ein

Temperaturzuwachs von 0,1 Grad Celsius pro Jahrzehnt zu erwarten.

 

- Der IPCC hat sechs Szenarien berechnet. Im günstigsten Fall

(B1- Szenario) steigt die Durchschnittstemperatur der Jahre 2090

bis 2099 um 1,8 Grad Celsius (1,1 bis 2,9 Grad) im Vergleich zum

Zeitraum von 1980 bis 1999. Im schlimmsten Fall (A1FI-Szenario)

sind es 4 Grad (2,4 bis 6,4 Grad).

 

 

TEIL 2 des UNO-Klimaberichts geht unter anderem auf die regionalen

Auswirkungen des Klimawandels ein. Nachfolgend eine Zusammenfassung,

geordnet nach Erdregionen (sda/dpa):

 

In AFRIKA werden wegen des Klimawandels bis 2020 zwischen

75 Millionen und 250 Millionen Menschen an Wassermangel leiden, der

auch die Versorgung mit Lebensmitteln beeinträchtigt. In einigen

Regionen könnten sich die auf Regen basierenden Erträge bis 2020

bis zur Hälfte verringern.

 

Der Klimawandel verringert zudem die landwirtschaftlich nutzbare

Fläche. Der Anstieg des Meeresspiegels bedroht zahlreiche Städte.

Die weitere Zerstörung von Mangrovengürteln und Korallenriffen wird

sowohl für die Fischerei als auch für den Fremdenverkehr negative

Folgen haben. Die Forscher erwarten zudem einen Rückgang des

Fischfangs in den grossen Seen.

 

In ASIEN wird die Gletscherschmelze im Himalaya-Gebiet

Überschwemmungen und Bergstürze zur Folge haben. Die Menschen im

Bereich der grossen Flussdeltas in Süd-, Ost- und Südostasien

werden Probleme mit der Süsswasserversorgung bekommen.

 

Bis 2050 könnten mehr als eine Milliarde Menschen betroffen

sein. Probleme bringt auch der steigende Meeresspiegel. Der Bericht

erwartet Krankheits- und Todesfälle durch mehr Fluten. Die Probleme

mit der Cholera in Südasien werden zunehmen.

 

Die Probleme der Wasserversorgung werden sich bis 2030 in

grossen Teilen AUSTRALIENS deutlich verstärken. In vielen zum

Weltnaturerbe zählenden Ökosystemen wird es schon bis 2020

wahrscheinlich zu einem Artensterben kommen - unter anderem im

Great Barrier Reef, dem grössten Korallenriff der Welt.

 

Bei einem leichten Temperaturzuwachs werden Neuseeland und

einige Teile Südaustraliens wahrscheinlich längere

Vegetationsperioden, ein geringeres Frostrisiko und einen

geringeren Energiebedarf im Winter bekommen. Die Region hat laut

dem Bericht vergleichweise gute Möglichkeiten, sich anzupassen.

 

Der Klimawandel bringt EUROPA im Süden sehr wahrscheinlich ein

höheres Gesundheitsrisiko durch Hitzewellen, mehr Flächenbrände und

eine Gefährdung der Ernteerträge.

 

Im Norden des Kontinents wird es wahrscheinlich zu einigen

Vorteilen in Gestalt verringerter Kälteperioden und grösserer

Erträge kommen. Die weiter steigenden Temperaturen werden diese

Vorteile jedoch aufwiegen. In einigen Regionen könnten bis zum Jahr

2080 bis zu 60 Prozent der Arten aussterben.

 

LATEINAMERIKA wird im östlichen Amazonien bis zur Mitte des

Jahrhunderts tropische Urwälder verlieren, die zu Savannen werden.

Das Aussterben zahlreicher Arten ist wahrscheinlich. In trockeneren

Gebieten werden Versalzung und Versteppung des Ackerbodens

erwartet.

 

In den gemässigten Zonen wird hingegen der Ertrag von Soja

steigen. Die Verbreitungsgebiete der südostpazifischen

Fischbestände werden sich verschieben. Die Verfügbarkeit von

Süsswasser wird sich verringern.

 

Für NORDAMERIKA erwarten die Forscher in den westlichen Gebirgen

einen Rückgang der Schneedecke. Schädlingsbefall, Krankheiten und

Brände werden sich wahrscheinlich vermehrt auf die Wälder

auswirken. Bereits jetzt von Hitze betroffene Städte werden viel

mehr Hitzewellen bekommen, was besonders die wachsende Gruppe

älterer Menschen gefährde.

 

Die aktuelle Anpassung ist dem Bericht zufolge unzureichend, die

Vorbereitung auf eine wachsende Bedrohung gering. Je nach Region

kann es durch den Klimawandel zunächst zu einer Steigerung der

Erträge zwischen 5 und 20 Prozent kommen.

 

In den POLARREGIONEN werden eine Abnahme von Dicke und

Ausdehnung der Gletscher und Eisfelder vorhergesagt. Auch das

Meereis und die Permafrostböden schrumpfen - mit schädlichen Folgen

für wandernde Vogelarten, viele Säuge- und Raubtiere.

 

Für die Menschen in der Region kommt es zu positiven als auch zu

negativen Auswirkungen auf Infrastruktur und den Verkehr. Zu den

Vorteilen zählen kürzere Seefahrtsrouten und geringere Heizkosten.

In beiden Polarregionen steigt die Gefahr, dass fremde Arten

einwandern. Um die Lebensweise der Menschen zu bewahren sind

"substanzielle" Hilfen nötig.

 

Die kleinen INSELN werden durch den Anstieg des Meeresspiegels,

Stürme und Erosion bedroht. Die Süsswasserreserven auf den kleinen

Eilanden sind wahrscheinlich ernsthaft gefährdet und können den

Bedarf des Menschen in Zeiten geringen Regens nicht mehr decken.

Auch hier werden fremde Arten einwandern. Die Zerstörung von

Stränden und das Bleichen der Korallen werde die Inseln zudem für

Touristen unattraktiver machen.

 

Einige Hauptpunkte des Syntheseberichtes vom November 2007 sind (sda/dpa):

 

- Der von Menschen gemachte Klimawandel wird nicht mehr

bezweifelt und schreitet schneller voran als bislang angenommen. In

den vergangenen 100 Jahren ist die Temperatur um 0,74 Grad Celsius

gestiegen.

 

- Seit 1970 hat der vom Menschen erzeugte Ausstoss von

Treibhausgasen um 70 Prozent zugenommen. Die Konzentration des

wichtigsten Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) übersteigt die in den

vergangenen 650 000 Jahren natürliche Menge bei weitem.

 

- Die weltweite Durchschnittstemperatur wird in diesem

Jahrhundert voraussichtlich zwischen 1,1 und 6,4 Grad Celsius

zunehmen.

 

- Für die nächsten 20 Jahre geht der IPCC von einer weiteren

globalen Temperaturerhöhung um 0,4 Grad Celsius aus. Insgesamt wird

die Temperatur über den Kontinenten und in den nördlichen Breiten

noch deutlich schneller steigen.

 

- Elf der vergangenen zwölf Jahre (1995 bis 2006) sind unter den

zwölf wärmsten Jahren seit Beginn der globalen

Temperaturaufzeichnung 1850.

 

- Die gemessenen Temperaturerhöhungen haben ihre Ursache zum

weitaus grössten Teil in der Emission der Treibhausgase

Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O). Die

Konzentration von CO2 und Methan lag 2005 höher als in den

vergangenen 650 000 Jahren.

 

- Die Emissionen von CO2 durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl

und Erdgas verursachen den grössten Teil des Problems und wachsen

schnell. Zwischen 1970 und 2004 stiegen sie um rund 80 Prozent. Die

menschengemachten Treibhausgase insgesamt stiegen um 70 Prozent.

 

- Die Meersspiegel steigen in diesem Jahrhundert voraussichtlich

zwischen 18 und 59 Zentimeter.

 

- Wenn der Temperaturanstieg mehr als 1,5 bis 2,5 Grad Celsius

beträgt, sind 20 bis 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten vom

Aussterben bedroht.

 

- Das Risiko extremer Wetterereignisse nimmt zu: Es wird mehr

Überflutungen, Dürreperioden und Hitzewellen geben.

 

- Einzigartige Biosysteme sind gefährdet: am Nord- und Südpol,

in Hochgebirgsregionen und Korallenriffe.

 

- Die Folgen des Klimawandels sind ungleich verteilt: Arme und

alte Menschen leiden am stärksten darunter, ebenso die Länder am

Äquator, die in Afrika ohnehin zu den ärmsten Staaten gehören.

 

- Am stärksten betroffen sind Afrika, die Arktis, kleine Inseln

und die Riesen-Flussdeltas an den asiatischen Küsten.

 

- Wenn der Temperaturanstieg auf 2,0 bis 2,4 Grad Celsius

gegenüber vorindustriellen Zeiten beschränkt werden soll, muss der

Gesamtausstoss von Treibhausgasen ab 2015 sinken.

 

- Ohne einschneidende politische Schritte werden die Emissionen

in den nächsten Jahrzehnten aber mit hoher Geschwindigkeit weiter

steigen.

 

- Der Klimarat zeigt, dass die grössten Beiträge zur Lösung

dieses Problems unter anderem aus einer effizienteren

Energienutzung sowie aus einer Umstellung der Energieversorgung auf

Solarenergie, Windenergie, Biomasse, Geothermie und Wasserkraft zu

erwarten sind. Er nennt aber auch die Kernkraft als Möglichkeit,

den CO2-Ausstoss zu reduzieren.

 

- Der Bericht verweist ausdrücklich auf die

Klimarahmenkonvention von Rio de Janeiro und das Kyoto-Protokoll

als Werkzeuge, um die Erderwärmung zu bremsen.

 

- Die Kosten für den Kampf gegen den Klimawandel belaufen sich

selbst bei den ehrgeizigsten Szenarien auf weniger als 0,12 Prozent

des jährlichen weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im teuersten

Fall würden bis 2030 weniger als drei Prozent des BIP aufgewendet.

 

 

Weiterführendes:

IPCC-Klimabericht | Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger

1.Teil des IPCC-Klimaberichts auf einen Blick

2.Teil des IPCC-Klimaberichts auf einen Blick

3.Teol des IPCC-Klimaberichts auf einen Blick

IPCC - Treibhausgasinventar

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