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Dienstag, 22. Dezember 09

2009 war siebtwärmstes Jahr seit Messbeginn

 

Bern (sda) Als Wetterjahr der Fast-Rekorde dürfte 2009 in die Statistiken eingehen. Im Mittel war es 1,2 Grad zu warm. 2009 gehört deshalb zu den zehn wärmsten Jahren seit Messbeginn im Jahr 1864. In vielen Gebieten war 2009 ausserdem zu trocken, vor allem im Westen.

2009 war im langjährigen Durchschnitt sehr war, für dieses Jahrzehnt ist das normal geworden.

In Zürich, Bern und St. Gallen schien die Sonne 200 bis 300 Stunden länger als im Mittel, wie SF Meteo am Dienstag schrieb. Als "schön" dürfte das Wetter aber nicht unbedingt in Erinnerung bleiben: Ausgerechnet an Wochenenden sowie in den Winter- und der Sommerferien war das Wetter nämlich oft grau, trüb und wechselhaft.

 

2009 reiht sich in eine Tendenz des vergangenen Jahrzehnts ein. Es war laut MeteoSchweiz das siebtwärmste Jahr seit Messbeginn, und sechs dieser sieben Jahre gehören zum vergangenen Jahrzehnt.

 

Viel Schnee und gefrorene Seen

 

Den Winter 2008/2009 dürften viele Unterländer als "streng" wahrgenommen haben: Im Raum Bern etwa lag ungewohnt lange Schnee: MeteoSchweiz registrierte von 10. Dezember bis Ende Februar eine geschlossene Schneedecke. Häufige und starke Schneefälle gab es besonders am Alpensüdhang, im Tessin und im Oberengadin.

 

An drei Tagen Anfang Februar fielen in der Gotthardregion 120 Zentimeter Neuschnee. In Airolo war die Schneedecke am 8. Februar 210 Zentimeter dick. In Samedan GR wurden 134 Zentimeter gemessen. Die Schneedecke war damit so dick wie nie mehr seit 1980.

 

Besonders kalt war der Winter nicht, doch fürs Eislaufen unter freiem Himmel reichte es auch im Unterland da und dort doch. Im Kanton Zürich zum Beispiel waren der Türlersee und der Hüttnersee für kurze Zeit begehbar.

 

Im April - dem viertwärmsten seit Messbeginn - wurde es dann vorschnell fast Sommer. Es folgte der zweitwärmste Mai mit hochsommerlichen Temperaturen. Der Spitzenwert von 35,1 Grad wurde in Sitten VS gemessen. Der Frühling war nach dem Frühling 2007 der zweitwärmste, aber auch trocken.

 

Launischer Sommer

 

Der launische Sommer kompensierte dies, vermutlich zum Leidwesen vieler Touristen. Juni und Juli waren wechselhaft, die Temperaturen sanken aber kaum je unter die für die Jahreszeit üblichen Werte. Vor allem im Süden gab es heftige Gewitter. In Lugano fiel mit 397 Millimetern Regen am meisten Niederschlag in einem Juli seit 1864.

 

Der August war dann aufs ganze Land gerechnet der drittwärmste seit Messbeginn. In dem heissen Monat setzte eine bis im Oktober fast anhaltende Trockenheit ein. Verbreitet fielen nur 60 Prozent der üblichen Regenmengen, lokal sogar weniger als die Hälfte. Die Rekordtemperaturen des Hitzesommers 2003 blieben aber unerreicht.

 

Milder November

 

Wieder extrem mild war der November; nur 1994 und 2006 war es in diesem Monat wärmer. Punktlich zum Beginn des kalendarischen Winters fiel laut MeteoSchweiz beachtlich viel Schnee, vor allem in den zentralen und südlichen Alpen. Der im Oktober gefallene Schnee war wegen des warmen Novembers fast vollständig geschmolzen.

 

Am vergangenen Wochenende wurde es in der Schweiz sibirisch kalt. In für kalte Winter bekannten La Brévine im Neuenburger Jura sank das Quecksilber auf -34,2 Grad. In Stabio im Südtessin wurde es -15.4 Grad kalt. Am Montag und Dienstag sorgte der Föhn nördlich der Alpen für grosse Temperatursprünge nach oben.