Fünftwärmstes Jahr seit Messbeginn: 2009 bringt Rekorde
Genf (sda) Noch nie war ein Jahrzehnt wärmer als jenes zwischen 2000 und 2009. Das ablaufende Jahr wird zu den wärmsten der letzten 160 Jahre gehören: Nach Angaben der Weltwetterorganisation (WMO) belegt es den fünften Platz der wärmsten Jahre seit dem Messbeginn 1850.
Zwischen Januar und Oktober lag die globale Durchschnittstemperatur fast ein halbes Grad (0,44 Grad) über dem langjährigen Schnitt, der auf den Temperaturen der Periode von 1961 bis 1990 basiert. Dies gab die WMO am Dienstag in ihrem jüngsten Jahresbericht bekannt.
Kurz nach Beginn der UNO-Klimakonferenz in Kopenhagen schildert die WMO das Ausmass der Klimaerwärmung: Die Durchschnittstemperaturen pro Jahrzehnt seien in den letzten 30 Jahren gestiegen. Das ablaufende Jahrzehnt sei wärmer gewesen als jenes von 1990 bis 1999 und dieses sei schon über dem vorhergehenden gelegen.
Messrekorde purzeln
Fast auf der ganzen Welt hätten die Temperaturen über dem langjährigen Durchschnitt gelegen, hiess es weiter. Das heisseste je gemessene Jahr dürften Zentralafrika und das südliche Asien erlebt haben. Einzig in Nordamerika sei es leicht kühler gewesen.
Zu extremen Hitzeperiode kam es in Südamerika, Australien und Südasien. In einigen Regionen Chinas war das Jahr 2009 das heisseste jemals gemessene, folglich litt das Land auch unter der schlimmsten Dürre seit 50 Jahren. Zu Dürren kam es auch in Indien, wo der Monsun teilweise eher schwach ausfiel.
Angewachsen ist dagegen der Eisschild der Arktis: Mit einer Fläche von 5,1 Millionen Quadratkilometer weist die Eisschicht dennoch die drittkleinste Ausdehnung seit Beginn der Satellitenmessungen vor 30 Jahren aus. Vor zwei Jahren war die Fläche auf nur gerade 4,1 Millionen Quadratkilometer geschrumpft.
Heisser April
Im zentralen Europa war das meteorologische Jahr geprägt von einem sehr heissen April. So war es etwa in Deutschland, Österreich oder Tschechien teilweise fünf Grad wärmer als üblich. Generell lagen die Frühlings-Temperaturen in Europa und Asien verglichen mit anderen Jahren zu hoch.
Wenig aktiv war dagegen die Hurrikan-Saison im Atlantik. Die WMO erklärt dies mit dem Klimaphänomen El Niño, bei dem sich die Oberfläche des Ostpazifiks beim Äquator aufwärmt. Dies erschwert die Bildung von Hurrikans.



