Klimaexperte Stern kritisiert US-Umweltziele
(sda) Klimaexperte Nicholas Stern hat die US-Pläne gegen den Treibhauseffekt als halbherzig kritisiert. Er erwarte mehr Engagement von der Präsident Barack Obama, sagte der britische Ökonom nach einem Treffen mit der EU-Kommission in Brüssel.
"Wenn man auf die reinen Zahlen schaut (...), ist die aktuelle Lage in den Vereinigten Staaten und Australien unzureichend", sagte Stern am Mittwoch mit Blick auf die wissenschaftliche Empfehlung des Weltklimarats (IPCC), die Zunahme des weltweiten Ausstosses von Kohlendioxid (CO2) bis zum Jahr 2015 zu stoppen.
Zuvor hatten sich die US-Demokraten im Repräsentantenhaus nach Angaben aus Parteikreisen darauf geeinigt, den Ausstoss von Treibhausgasen bis 2020 um 17 Prozent im Vergleich zu 2005 zu verringern. Ursprünglich war ein ehrgeizigeres Ziel von 20 Prozent bis 2020 geplant.
Obama hat sich zwar schon im Wahlkampf für eine stärkere Beteiligung der USA an den Bemühungen der internationalen Staatengemeinschaft ausgesprochen, den Klimawandel zu stoppen, gab sich angesichts der Wirtschaftskrise zuletzt aber wieder zögerlicher.
Sieben Monate vor der UNO-Klimakonferenz in Kopenhagen waren Stern und IPCC- Chef Rajendra Pachauri, zu einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso zusammen gekommen. Pachauri zeigte sich zuversichtlich, dass Washington bis zur UNO-Klimakonferenz im Dezember erstmals konkrete Minderungsziele vorlegen werde.
Stern und Pachauri warten davor, zur Bekämpfung der weltweiten Rezession den Klimaschutz zu vernachlässigen. Die Krise biete vielmehr neue Möglichkeiten zur Neuausrichtung der Wirtschaft. Stern, der ehemalige Ökonom der Weltbank, hatte 2006 mit einer alarmierenden Studie über die Kosten des Klimawandels weltweit Aufsehen erregt.
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