Krise drückt CO2-Ausstoss - Billionen-Investitionen
Bangkok (sda/dpa) Der weltweite Ausstoss von Kohlendioxid wird in diesem Jahr wegen der Wirtschaftskrise um drei Prozent sinken. Das ist der grösste jährliche Rückgang seit mehr als 40 Jahren.
Die Krise verbessere die Chance, die Klimaziele zu erreichen, erklärte die Internationale Energieagentur (IEA) am Dienstag in Bangkok. Dazu müssten aber zusätzlich umweltfreundliche Techniken her.
"Um diese Energierevolution zu erreichen, sind zwischen 2010 und 2030 Investitionen von zehn Billionen US-Dollar im Energiesektor nötig", hiess es. Das sind 0,5 Prozent der Weltwirtschaftsleistung.
Selbst ohne zusätzliche Massnahmen werde der CO2-Ausstoss 2020 wegen der Folgen der aktuellen Wirtschaftskrise um fünf Prozent niedriger sein als noch 2008 erwartet. Damit erhalte man die Chance, den Ausstoss von Treibhausgasen bei 450 Teilen pro Million (ppm) zu stabilisieren, was einem Temperaturanstieg um zwei Grad entspreche.
Der CO2-Ausstoss müsse dazu um 3,8 Gigatonnen gesenkt werden. Davon entfielen 1,6 Gigatonnen auf die OECD-Staaten und eine Gigatonne auf China, das eine Führungsrolle in der Klimapolitik spielen werde.
Energie als Kern und Lösung des Problems
"Wenn die Welt auf der Basis der heutigen Energie- und Klimapolitik weitermacht, wird das schwere Folgen für das Klima haben", sagte IEA-Chef Nobuo Tanaka. "Die Energie ist der Kern des Problems und muss auch der Kern der Lösung sein."
Mit ihrem Energiebericht wolle die IEA auf den Klimagipfel von Kopenhagen Einfluss nehmen. "Jedes Jahr Verzögerung erhöht die nötigen Investitionen in den Energiesektor um 500 Milliarden Dollar."
"Die grösste Herausforderung wird sein, die Finanzierung dieser Energie-Transformation samt einer substanziellen Unterstützung der Entwicklungsländer sicherzustellen", sagte Tanaka. 2020 benötigen die Staaten ausserhalb der OECD 200 Milliarden Dollar zusätzliche Investitionen in saubere Energien, Energiesparmassnahmen in Industrie und Haushalten sowie Elektro- und Hybridfahrzeuge.
Die OECD-Staaten müssten ihnen dabei helfen und gleichzeitig zusätzlich 215 Milliarden in ihre eigene Energiewirtschaft investieren. Diese Kosten würden aufgewogen durch Einsparungen und den Klimagewinn. Der vollständige Klimabericht der IEA wird am 10. November in London vorgestellt.




