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Dienstag, 16. Februar 10

Protestaktion gegen Kohlekraftwerk

 

Chur (sda) Greenpeace-Aktivisten schütteten einen ansehnlichen Kohlehaufen unmittelbar neben dem Bündner Grossratsgebäude in Chur auf und brachte ihn zum Qualmen. "Kein Klimaschaden made in Graubünden", forderten die aus dem ganzen Land Angereisten auf Transparenten.

Strom aus Kohle ist ein Dreckgeschäft (c) Bernd Arnold / VISUM

Greenpeace kämpft gegen die 50-prozentige Beteiligung der Bündner Stromfirma Rätia Energie am geplanten Steinkohle-Kraftwerk im norddeutschen Brunsbüttel. Damit werde der gesamte Schweizer CO2-Ausstoss um zehn Prozent erhöht. Die Gasmenge entspreche einem Drittel der CO2-Emissionen aller Fahrzeuge in der Schweiz.

 

Das Bündner Parlament hatte Mitte 2009 das Auslandsengagement der Rätia Energie mit 89:13 Stimmen klar gebilligt. Mit Ausnahme der SP-Fraktion folgte es der Argumentation von Regierungsrat Stefan Engler, das Unternehmen müsse einen ausgewogenen Mix bei den Energieträgern anstreben, um die Ertragskraft zu sichern und die unternehmerischen Risiken zu reduzieren.

 

Die Umweltaktivisten fordern von Regierung und Parlament, die Rätia Energie zum Ausstieg aus ihrer Beteiligung in Brunsbüttel zu bewegen. Als grösster Aktionär des Stromproduzenten stehe der Kanton in der Verantwortung.

 

Die vorgesehene Investition von 1,5 Milliarden Euro stehe klar im Gegensatz zum klimafreundlichen Auftreten der Stromfirma, die im In- und Ausland mit dem Slogan "Ökostrom aus den Bergen" werbe, so die Aktivisten. Kohle sei die schmutzigste Art, Strom zu produzieren und der Hauptverursacher globaler CO2-Emissionen.