USA lehnen beschleunigte Senkung von Treibhausgasemissionen ab
(sda) Im Kampf gegen die Klimaerwärmung streiten die Industrie- und Schwellenländer weiter über eine gemeinsame Linie. Zum Auftakt einer zweitägigen Konferenz in Paris lehnten es die USA am Montag ab, ihren Treibhausgasausstoss bis 2020 stärker als geplant zu senken.
Das Treffen dient der Vorbereitung der UNO-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember, wo ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden soll. In Paris tagen bis Dienstag 16 Länder, die zusammen für 80 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen stehen, darunter die G-8-Staaten sowie grosse Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien.
Gemäss dem deutschen Umweltminister Sigmar Gabriel sind die Schwellenländer sogar weiter "nicht bereit, eigene verpflichtende Minderungsbeiträge zu bringen". Er forderte eine rasche Einigung der Industrieländer. Nur so könnten Länder wie China und Indien unter Zugzwang gebracht werden.
"Schicksal der Welt"
Der französische Umweltminister Jean-Louis Borloo warnte, "das Schicksal der Welt" stehe auf dem Spiel. Klimaschutzziele seien kein Rückschritt, der die Weltwirtschaft bremse, sondern Ausgangspunkt für ein "dauerhaftes und robustes Wachstum".
Die USA wiesen Forderungen nach einer schnelleren Senkung ihres Treibhausgas-
Ausstosses zurück. "Wir werden so hoch springen, wie es uns das politische System erlaubt", sagte US-Verhandlungsführer Todd Stern mit Blick auf Chinas Forderung, die reichen Industrieländer müssten bereits bis 2020 ihren CO2-Ausstoss um 40 Prozent senken.
Flexible Lösungen?
Gabriel schlug den USA eine flexible Lösung vor, da diese später als die Europäer angefangen hätten, Treibhausgase zu reduzieren. Sollten es die USA nicht schaffen, ihre Treibhausgase bis 2020 gegenüber 1990 deutlich zu reduzieren, könnten für Washington spätere Etappenziele gesetzt werden.
Stern bekräftigte ausdrücklich das das Ziel, dass die Industrieländer bis 2050 ihren Ausstoss von Treibhausgasen um 80 Prozent senken sollen. Bis 2020 hat US-Präsident Barack Obama bisher nur eine Senkung um 14 Prozent vorgeschlagen und das auf Basis des Jahres 2005. Das würde gegenüber 1990 einer Senkung um ungefähr drei Prozent entsprechen.
Die EU hat sich dagegen von 1990 ab gerechnet auf eine Reduktion um 20 Prozent bis 2020 verpflichtet. Sollte dies international vereinbart werden, wollen die Europäer auch ein Minus von 30 Prozent umsetzen.
Barroso nimmt Unternehmen in die Pflicht
In Kopenhagen verlangte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso an der Klimakonferenz von Unternehmern von den über 700 anwesenden Wirtschaftsvertretern einen "nie dagewesenen Einsatz" zur Verhinderung einer Klimakatastrophe.
Diese Konferenz hatte am Sonntag begonnen. An der Eröffnung hatten bereits UNO-Generalsekretär Ban Ki und oder der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore den Unternehmern ins Gewissen geredet.




