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Mittwoch, 27. Januar 10

CO2-Anstieg und Klimaerwärmung verstärken sich gegenseitig

 

Birmensdorf (sda) Der menschliche CO2-Ausstoss ist die Hauptursache der Erderwärmung. Der Temperaturanstieg wiederum sorgt laut einer Schweizer Studie dafür, dass noch mehr CO2 aus Ozeanen oder Pflanzen freigesetzt wird. CO2- Anstieg und Klimaerwärmung verstärken sich also gegenseitig.

Über Rückkoppelungseffekte wird der menschgemachte Treibhauseffekt noch verstärkt (c) Felix Nipkow

Insgesamt steigt der CO2-Gehalt in der Luft mit jedem Grad Erwärmung um etwa 3 Prozent, wie die Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) am Mittwoch mitteilte. Diese Treibhausmenge gesellt sich also zu jener, die der Mensch direkt durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl oder Gas ausstösst.

 

Die Forscher der WSL, der Universität Bern und der Johannes Gutenberg- Universität Mainz nahmen für ihre im Fachmagazin "Nature" publizierte Studie die Klimaschwankungen der letzten 1000 Jahre unter die Lupe. Sie machten sich dabei zu Nutze, dass es bereits früher - nicht vom Menschen verursachte - Temperaturschwankungen gab.

 

200'000 Datenkombinationen

 

Insgesamt prüften die Forscher neun verschiedene Rekonstruktionen des Temperaturverlaufs und drei CO2-Zeitreihen auf ihre Verlässlichkeit. Für mehr als 200'000 mögliche Datenkombinationen berechneten sie den Zusammenhang zwischen Temperatur und dem Treibhausgas.

 

Es zeigte sich, dass ein Verstärkungseffekt zwischen Temperatur und CO2-Anstieg tatsächlich besteht. Allerdings ist er kleiner als in einigen neueren Klimamodellen angenommen. Diese waren zum Teil von einem bis zu fünf Mal höheren Rückkoppelungseffekt ausgegangen, wie es in einer "Nature"-Mitteilung heisst.

 

Über natürlichen Klimaschwankungen

 

Das bedeute aber nicht, dass die Voraussagen des Weltklimarats abgeschwächt werden müssten, sagte Frank auf Anfrage. Dieser habe nämlich mit älteren Modellen gerechnet, die - aufgrund von spärlicheren Daten - von einem ähnlichen Rückkoppelungseffekt ausgingen wie die neue Studie.

 

In der WSL-Mitteilung heisst es denn auch, die Emissionen müssten in den nächsten Jahrzehnten gesenkt werden, um die CO2-Konzentration in der Atmosphäre zu stabilisieren und die vom Menschen verursachte Erwärmung zu begrenzen. Laut der Studie liegt die globale Temperatur heute um mehr als 0,3 Grad höher als in der wärmsten Phase der letzten 1000 Jahre.