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Donnerstag, 18. Juni 09

Je weniger Vieh, desto weniger Treibhausgase

 

Bern (sda) Nur wenn Landwirte weniger Kühe halten, gibt es weniger Treibhausgase aus dem Primärsektor. Zu diesem Schluss kommt eine vom Bundesamt für Landwirtschaft und dem Schweizerischen Bauernverband veranlasste Studie.

Würde weniger Fleisch konsumiert, könnten die Viehbestände reduziert werden. (c) Pixelio.de

Der Treibhausgasausstoss der Landwirtschaft - vor allem Methan - liegt im wesentlichen an der Grösse des Viehbestandes, teilte das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) am Donnerstag zu der ETH-Studie mit. Zurzeit verfügbare technische Massnahmen zur Verminderung sind teuer und bringen wenig.

 

Eine Treibhausgas-Abgabe für die Landwirtschaft würde zwar den Ausstoss vermindern. Für die Bauern hätte sie aber trotz Rückerstattungsmechanismus an die Bevölkerung eine deutliche Mehrbelastung zur Folge.

 

Die ETH Zürich untersuchte den Einfluss verschiedener Agrarpreisszenarien bis ins Jahr 2020 auf den Treibhausgasausstoss. Auch der Frage nach landwirtschaftlichen Treibhausgasabgaben ab 2012 sowie der Einführung von Reduktionstechnologien gingen die Forscher nach.

 

Da nun der Treibhausgasausstoss von der Tierzahl abhängig ist, stellte sich die Frage nach einer Reduktion des Bestands in klimapolitischem Interesse. Auch das macht wenig Sinn. Dazu müsste nämlich der Fleischkonsum in der Schweiz entsprechend abnehmen.

 

Solange der Appetit auf Fleisch gleich gross bleibt, würde das Nahrungsmittel importiert werden müssen. Das sei für das BLW und den Bauernverband keine Option, schreibt das Amt.

 

Ein Ansatz für eine Reduktion der schädlichen Emissionen ist die Fütterung der Tiere. Gerade von ihr hängt der Methanausstoss - das wichtigste Treibhausgas aus der Landwirtschaft - im Wesentlichen ab. Die Studie rät, hier die Forschung zu intensivieren.

 

Wie das BLW weiter mitteilte, zeigte die Studie bezüglich der Preise, dass der Ausstoss bei allen Preisszenarien zurückgehen würde. Ein Reduktionsziel um 20 Prozent würde aber mit keinem Szenarium erreicht.