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Mittwoch, 16. Dezember 09

Klimawandel macht vielen Zugvögeln zu schaffen

 

London (sda/dpa) Langstrecken-Zugvögel leiden unter dem Klimawandel besonders stark. In ihren entlegenen Überwinterungsgebieten können sie den Beginn des Frühjahrs nicht voraussehen - und verpassen einen wichtigen Teil der Brutsaison, in dem ein grosses Nahrungsangebot herrscht.

Langstrecken-Zugvögel leiden unter dem Klimawandel. Im Bild Wildgänse (c) Michael Hanselmann

Forscher um Christiaan Booth von der Universität Groningen in Holland werteten Daten von Zugvogelarten wie dem Grauschnäpper und dem Gelbspötter aus. Das Ergebnis: Die Bestände von Vögeln, die südlich der Sahara überwintern und in niederländischen Wäldern brüten, waren zwischen 1984 und 2004 um durchschnittlich 38 Prozent gesunken.

 

Die Zahlen von Tieren, die weniger weite Strecken zurücklegen oder hierzulande überwintern, blieben im selben Zeitraum hingegen weitgehend unverändert, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of The Royal Society B" berichten.

 

Rückgang in Nordeuropa kleiner

 

Mit dem Beginn des Frühlings kommen in den Wäldern für kurze Zeit besonders viele Insekten vor, da diese die spriessenden Blätter fressen. Diese Insekten stehen auf dem Speiseplan vieler Brutvögel. Verpassten die Vögel den Beginn des Frühlings, könnten sie auch nicht mehr von dem reichhaltigen Nahrungsangebot profitieren.

 

Dies erkläre auch, warum die Bestandszahlen von Zugvögeln, die in Feuchtwiesen brüten, nicht gesunken sind. In diesem Lebensraum gibt es nämlich laut den Forschern während des gesamten Frühjahrs und Sommers ein gutes Nahrungsangebot, so dass auch "Spätrückkehrer" noch genug Zeit zum Brüten hätten.

 

In Waldgebieten Nordeuropas sind auch die Bestände weitreisender Zugvögel stabil geblieben, wie die Wissenschaftler weiter berichten. In diesen Breiten seien die Temperaturen infolge des Klimawandels nicht so stark gestiegen, die Brutsaison habe sich demnach auch nicht weiter nach vorne verschoben.