UNO warnt vor Katastrophen durch Klimawandel
(sda) Drei Milliarden Dollar, dreimal mehr als bisher, müssen jährlich zur Prävention von Naturkatastrophen investiert werden. Das erklärte John Holmes, stellvertretender UNO-Generalsekretär für humanitäre Angelegenheiten, am Dienstag in Genf.
Holmes eröffnete die UNO-Konferenz zum Thema "Heute für eine sicherere Zukunft investieren", an der 1800 Vertreter aus 165 Ländern teilnehmen. Die Schweizer Delegation wird von Martin Dahinden, Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), geleitet.
"Wir wissen, dass die Zahl von Naturkatastrophen wegen der Klimaerwärmung in den meisten Regionen der Welt zunehmen wird", sagte Holmes. Daher müsse die Reduktion von Katastrophenrisiken ins Zentrum der Entwicklungsarbeit gerückt werden.
Messbare Massnahmen
Bis zum Abschluss des Treffens am Freitag wollen sich die Konferenzteilnehmer auf messbare und nachhaltige Massnahmen zur Katastrophenprävention einigen. Dazu zählen Frühwarnsysteme, Normen für den Gebäudebau - vor allem Spitäler und Schulen - sowie mehr öffentliche Gelder für die Entwicklung.
Nach Angaben der UNO sind etwa 90 Prozent der Naturkatastrophen wie Stürme, Überschwemmungen oder Dürre klimabedingt. Einige der grössten Städte der Welt mit Millionen von Einwohnern seien durch ihre Lage in Küstennähe zunehmend bedroht, warnte Holmes.
Im vergangenen Jahr sind 236'000 Menschen bei 300 Naturkatastrophen ums Leben gekommen. Insgesamt 200 Millionen Menschen wurden von den Katastrophen betroffen, die Schäden in Höhe von 180 Milliarden Dollar verursachten. Allein durch den Zyklon Nargis wurden in Burma 138'000 Menschen getötet.
Bekele Geleta, Generalsekretär der Internationalen Förderation des Roten Kreuzes und Roten Halbmondes, forderte von den Regierungen Hilfen in ähnlichem Umfang wie für die internationale Finanzkrise, um die durch den Klimawandel verstärkte Katastrophengefahr einzudämmen.
Schweiz investiert 2,9 Mrd. Franken
Die Schweiz investiert jährlich 2,9 Milliarden Franken, um sich vor Naturkatastrophen zu schützen, wie Bundespräsident Hans-Rudolf Merz erläuterte.
Davon würden 1,7 Milliarden Franken von den Versicherungen, den Unternehmen und den Privathaushalten getragen. Der Staat übernehme weniger als die Hälfte der Kosten, was rund 400 Franken pro Einwohner umfasse.
Die Geschichte der Schweiz sei geprägt von gefährlichen Naturereignissen wie Lawinen, Erdrutsche, Überschwemmungen, Stürme und Erdbeben, führte er aus. Und jeder Klimawandel stelle eine neue Gefahr dar. So komme es zu Überschwemmungen in Gebieten, die zuvor als sicher galten und die Gletscher schmelzten beunruhigend stark.




