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Samstag, 06. Februar 10

Schwerer Schneesturm tobt über US-Ostküste

 

Washington (sda/rtd) Über die US-Ostküste ist einer der heftigsten Schneestürme der vergangenen Jahre hereingebrochen. Der Verkehr kam vielerorts zum Erliegen, in zahlreichen Haushalten fiel der Strom aus.

Meteorologen erwarten die schwersten Schneefälle seit 90 Jahren.

Meteorologe warnten, dass der Sturm im Grossraum Washington die schwersten Schneefälle seit 90 Jahren bringen könnte. Für die Bundesstaaten von Virginia bis New Jersey sagten sie bis zum Samstagabend bis zu etwa 80 Zentimeter Neuschnee voraus.

 

Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 64 Kilometern pro Stunde und wegen der Schneemengen sei der Sturm mit einem Blizzard zu vergleichen.

 

An den drei grössten Flughäfen im Raum Washington-Baltimore und am internationalen Flughafen von Philadelphia wurden die meisten Flüge gestrichen. Die Behörden riefen dazu auf, auf Autofahrten zu verzichten.

 

Die U-Bahn in Washington stellte den Betrieb der oberirdischen Strecken ein. Zahlreiche Züge zwischen Washington und New York fielen aus, auch einige Bahnverbindungen von Washington in den Süden wurden gestrichen.

 

In der Hauptstadt und der Umgebung fiel zudem in Tausenden Haushalten der Strom aus, weil umgestürzte Bäume Strom-Leitungen kappten. Die Bundesstaaten Virginia und Maryland sowie der District of Columbia mit dem Stadtgebiet Washington riefen den Notstand aus, um staatliche Sonderhilfen wie den Einsatz der Nationalgarde zu ermöglichen.

 

Bereits am Freitag waren wegen des aufziehenden Schneesturms einige Schulen geschlossen worden. Über den Südosten wie etwa in den Bundesstaaten Georgia sowie in North und in South Carolina zog das gleiche Tiefdruckgebiet mit schweren Regenfällen hinweg.

 

Update 8.2.2010

 

Über 30 Stunden tobte das Unwetter an der amerikanischen Ostküste, streckenweise fielen über einen Dreiviertel Meter Neuschnee. Der Schneesturm erstreckte sich über tausend Kilometer von Indiana bis nach Pennsylvania und erreichte auch Teile der Bundesstaaten New York und North Carolina. Die Gouverneure von Virginia, Maryland und Delaware riefen den Notstand aus.

 

Hunderttausende Haushalte waren am Samstag ohne Strom. Gerichte, Schulen, Regierungsbehörden und sogar Militärstützpunkte schlossen in Washington wegen der Sturmwarnung.

 

Der Verkehr in Washington, Philadelphia und Baltimore kam zum Erliegen, auch auf den Flughäfen ging nichts mehr. Zwei Menschen kamen ums Leben. US-Präsident Barack Obama sprach in Anlehnung an den Titel eines Weltuntergangsfilms ("Armageddon", 1998) von einem "Snowmageddon".

 

"Das Schlimmste ist vorüber"

 

Es wird befürchtet, dass es bis Mitte der Woche dauern wird, bis alle Nebenstrassen vom Schnee befreit sind und der Verkehr wieder normal fliessen kann. Allerdings sagen die Meteorologen lediglich eine kurze Atempause voraus: Schon für Dienstag kündigt sich eine neue Schlechtwetterfront an.

 

"Das Schlimmste ist vorüber", sagte eine Meteorologin am Samstagabend (Ortszeit). In Washington und Umgebung hatte es rund 30 Stunden ununterbrochen geschneit.

 

Auf dem Internationalen Dulles-Airport in Washington stürzte das Dach eines Hangars unter dem Gewicht der Schneemassen ein. Im Bundesstaat Virginia kamen ein Vater und sein Sohn ums Leben, als sie einem steckengebliebenen Autofahrer zu Hilfe eilten. Die beiden Männer wurden von einem Traktor erfasst.

 

Märchenkulisse

 

"Ich habe so etwas noch niemals erlebt", sagte ein Bewohner im Washingtoner Vorort Bethesda, der sich mit Langlaufskiern ins Freie gewagt hatte. Das Herz der US-Hauptstadt - die Mall und die Parklandschaft zwischen Weissem Haus und dem Potomac-Fluss - war in eine winterliche Märchenkulisse verwandelt.

 

Fussgänger versanken bis zu dem Knien im Schnee, nur vereinzelt wagten sich schwere Vierrad- Autos auf die Strassen. Jugendliche trafen sich zu Mega-Schneeballschlachten in der City - verabredet hatten sie sich im sozialen Netzwerk Facebook.

 

Das grosse Chaos blieb aus, weil die meisten Menschen am Wochenende nicht zur Arbeit mussten. Zudem hatten die Bewohner in Erwartung des "Monstersturms" bereits am Freitag die Supermärkte gestürmt und Lebensmittel, Kerzen, Batterien sowie Streusalz gehamstert.

 

Trotz des Unwetters besuchte Präsident Obama am Samstag eine Parteiveranstaltung in der Hauptstadt. Dabei kollidierten auf den rutschigen Strassen zwei Autos seines Konvois.