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Donnerstag, 04. März 10

Sturmtief "Xynthia" Orkan verursacht Milliardenschaden in Frankreich

 

Paris (sda/afd) Der verheerende Sturm des vergangenen Wochenendes könnte die französischen Versicherungen rund eine Milliarde Euro kosten. Dies sei eine "plausible" Schätzung, sagte der Leiter des französischen Versicherungsverbandes FFSA, Bernard Spitz, am Mittwoch in Paris.

Teurer Sturm: Xynthia verursachte Milliardenschaden (c) Pixelio.de

Die Tageszeitung "Le Figaro" berichtete, die Summe könne "nach und nach" steigen, wenn die ganzen Schäden an der Atlantikküste im Westen des Landes begutachtet würden. Die Regierung hatte die Versicherungskonzerne unmittelbar nach dem tödlichen Sturm "Xynthia" aufgefordert, Schadensfälle zügig zu bearbeiten.

 

Bei dem Unwetter in der Nacht zum Sonntag kamen allein in Frankreich mindestens 52 Menschen ums Leben; auch am Mittwoch wurden noch Menschen vermisst. Für Mittwoch und Donnerstag waren erste Beisetzungen von Sturmopfern geplant.

 

In den beiden am schlimmsten betroffenen Ortschaften, L'Aiguillon-sur-Mer und La-Faute-sur-Mer in der Nähe der Hafenstadt La Rochelle, stand das Wasser in den Häusern bis Dienstagabend teils noch 80 Zentimeter hoch.

 

Rund 22'000 Haushalte waren noch ohne Strom. Die Bauern in der Region sprachen von über 45'000 Hektar überschwemmtem Land. Sie versuchten, so schnell wie möglich die Kadaver der verendeten Tiere von den Feldern zu schaffen, damit sich keine Krankheiten ausbreiten.

 

Staatschef Nicolas Sarkozy hatte am Montag vor Ort eine gründliche Untersuchung des "unverständlichen Dramas" verlangt. Umweltstaatssekretärin Chantal Jouanno sagte am Mittwoch, mehr als 800 Gemeinden an den französischen Küsten lägen unter dem Meeresspiegel.

 

Der von Sarkozy angekündigte Küstenschutzplan sei auf fünf Jahre angelegt. Einen Kilometer Deich instandzusetzen koste eine Million Euro.

 

Update vom 5.3.2010

Versicherer: "Xynthia" kostet Frankreich 1,2 Milliarden

 

Paris (sda/dpa) Nach Schätzungen der Versicherer kosten die Folgen des Sturms "Xynthia" in Frankreich mindestens 1,2 Milliarden Euro. Es sei mit etwa einer halben Million deklarierter Schadensfälle zu rechnen, teilte der Versicherungsverband FFSA am Freitag in Paris mit.

 

Die Zeitung "Le Figaro" war in einer ersten Schätzung von etwa einer Milliarde Schäden ausgegangen. Die Regierung hatte die betroffenen Regionen zu Katastrophengebieten erklären lassen, um die Entschädigungen zu erleichtern. Zudem wurde die Meldefrist von zehn auf 30 Tage verlängert.

 

Nach der jüngsten Bilanz sind in Frankreich 53 Menschen ums Leben gekommen. Die Suche nach Opfern war am Donnerstag eingestellt worden. Premierminister François Fillon hatte an einem Trauergottesdienst in Luçon im besonders betroffenen Department Vendée teilgenommen.