Orkan "Xynthia" flaut langsam ab
L'Aiguillon-sur-Mer (sda/dpa/afd/rtd) Nach dem Sturm "Xynthia" haben in Westfrankreich die Rettungskräfte weiter nach Überlebenden gesucht. Mindestens 47 Menschen kamen in der Region ums Leben, wie Innenminister Brice Hortefeux am Montag mitteilte. Etwa 30 weitere Menschen wurden noch vermisst.
Ein Helikopter drehte seine Runden über L'Aiguillon-sur-Mer, eine der am schlimmsten betroffenen Ortschaften, während die Feuerwehr mit Schlauchbooten von Haus zu Haus zog und nach Anwohnern suchte.
Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy wurde am Vormittag in den Verwaltungsbezirken Vendée und Charente-Maritime erwartet, wo das Sturmtief "Xynthia" den grössten Schaden anrichtete. Am Montagmorgen war noch immer eine halbe Million Haushalte ohne Strom.
Europa-Staatssekretär Pierre Lellouche will die Europäische Union um Unterstützung aus der Solidaritätskasse bitten. Brüssel werde Hilfe für Opfer des Sturms für die am meisten betroffenen Länder prüfen, erklärte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.
Strengere Bauvorschriften
Die französische Umweltstaatssekretärin Chantal Jouanno forderte strengere Bauvorschriften für Gebiete in Deichnähe. "Es gibt Zonen, in denen man einfach nicht bauen kann", sagte sie dem Nachrichtensender i-Télé.
Präsident Sarkozy werde bei seinem Besuch in dem Katastrophengebiet einen Notfallplan und einen Plan zur Stützung der Deiche ankündigen. Frankreich habe knapp zehntausend Kilometer Deiche, von denen etwa eintausend Kilometer "gefährdet" seien, sagte Jouanno.
Sturmtief "Xynthia" war am Sonntag mit orkanartigen Bösen über Westeuropa gezogen und hatte auch in anderen Ländern eine Spur der Verwüstung hinterlassen. In Spanien und Portugal starben mindestens vier, in Deutschland sechs Menschen.
Verkehr normalisiert sich
In der Nacht auf Montag verlor der Sturm an Kraft. Der Verkehr auf der Strasse, der Schiene und in der Luft normalisierte sich allmählich. Noch in der Nacht befreiten Hilfskräfte die Strassen und Schienen von herabgestürzten Ästen und Bäumen.
Der Bahnverkehr in Deutschland funktionierte am Montag auf den Hauptstrecken wieder normal, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Auch am grössten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main konnten fast alle Flugzeuge wieder planmässig starten und landen. Am Sonntag waren wegen des Sturms allein in Frankfurt 240 Flüge gestrichen worden.
Die Schweiz hatte am Sonntag nur Ausläufer von "Xynthia" zu spüren bekommen. Diese richteten zwar einige Schäden an, verletzt wurde aber niemand.




