EU warnt vor Schlupflöchern bei Klimaschutz-Abkommen
Brüssel (sda/rtd) Die EU hat vor Schlupflöchern bei den bisherigen UNO-Vereinbarungen zum Klimaschutz gewarnt, die de facto sogar zu einem Anstieg der Treibhausgase in den kommenden zehn Jahren führen könnten.
Einem am Montag durchgesickerten EU-Bericht zufolge sind insbesondere ein Überschuss an Emissionszertifikaten, die vom Zusammenbruch der Sowjetunion herrühren, sowie lockere Vorschriften im Bereich der Landwirtschaft und Abholzung problematisch.
Sollten diese genutzt werden, könne der Ausstoss von Treibhausgasen in den Industrieländern im Verlauf dieses Jahrzehnts im schlimmsten Fall ganz legal um 2,6 Prozent höher ausfallen als die Referenzwerte von 1990 - und bestenfalls um lediglich zwei Prozent unter das Niveau von 1990 sinken.
Wissenschafter der Vereinten Nationen empfehlen dagegen eine Absenkung um 40 Prozent bis 2020, um die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen.
Selbst ohne Nutzung der Schlupflöcher kommen dem Bericht nach die bisherigen Zusagen reicher Staaten zur Reduzierung der Treibhausgase nicht an diese Empfehlungen heran. Zusammengenommen würden sie gerade einmal auf eine Absenkung von 13,2 bis 17,8 Prozent erreichen.
Die Bandbreite ergibt sich daraus, dass mehrere Länder eine Spanne und nicht eine konkrete Zielmarke ausgegeben haben. Der Bericht soll Grundlage der EU-Strategie sein, mit der Umwelt-Kommissarin Connie Hedegaard die internationalen Klimaschutzverhandlungen voranbringen will und die am Dienstag vorgestellt werden soll.



