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Dienstag, 23. Februar 10

UNO-Klima-Konferenz im April in Bonn

 

Bonn/Washington/Bali (sda/dpa/rtd) Die Vereinten Nationen sind der Ansicht, dass in der Klimafrage rasch gehandelt werden muss. Sie intensivieren deshalb den Verhandlungsprozess für ein neues Weltklimaabkommen. Kurzfristig lud das UNO-Klimasekretariat zu einer Konferenz vom 9. bis 11. April nach Bonn ein.

Gemäss UNO-Bericht muss rasch gehandelt werden (c) Greenpeace / Ulrich Baatz

Nach dem Klimagipfel von Kopenhagen bedeute das eine rasche Wiederaufnahme der Verhandlungen, sagte UNO-Klimachef Yvo de Boer. Diese Intensivierung der Verhandlungen mache die Entschlossenheit der Regierungen deutlich, die Klimakonferenz im mexikanischen Cancún vom 29. November bis zum 10. Dezember zu einem Erfolg werden zu lassen.

 

Diese Haltung werde auch dadurch verdeutlicht, dass nun schon mehr als 100 Staaten ihre Pläne zum Klimaschutz eingereicht hätten. Eine UNO-Zwischenkonferenz wird wie geplant vom 31. Mai bis 11. Juni ebenfalls in Bonn stattfinden. De Boer hatte am vergangenen Donnerstag überraschend seinen Rücktritt auf den 1. Juli dieses Jahres bekanntgegeben.

 

Die Zeit drängt

 

In den Augen der UNO drängt die Zeit. Um einen katastrophalen Klimawandel zu vermeiden, muss der Ausstoss von Treibhausgas stark reduziert werden. Dies geht aus einer in Bali vorgestellten Studie des UNO-Umweltprogramms (UNEP) hervor.

 

Weltweit müssen die Schadstoffemissionen demnach in den Jahren 2020 bis 2050 um 48 bis 72 Prozent sinken. Wenn die Treibhausgase in diesem Zeitraum jährlich um rund drei Prozent gesenkt würden, bestehe immerhin eine 50-prozentige Chance, den Anstieg der weltweiten Temperaturen unter zwei Grad Celsius zu halten.

 

Darum robuste Vereinbarung

 

Die - rechtlich nicht bindenden - Vereinbarungen auf dem Kopenhagener Klimagipfel seien zwar ein "Schritt in die richtige Richtung", sagte UNEP-Direktor Achim Steiner. Die Selbstverpflichtungen der Gipfelteilnehmer, die Emissionen zu senken, genügten nicht.

 

Der UNEP-Jahresbericht stellte zudem einen Zusammenhang zwischen Rohstoffknappheit, Umwelt- und Klimaveränderungen und einer Häufung von Katastrophen und Konflikten her. So hätten 40 Prozent der bewaffneten Konflikte im vergangenen Jahr eine direkte Verbindung zur Konkurrenz um natürliche Ressourcen, heisst es darin.