Schneefall sorgt in Katalonien und Südfrankreich für Chaos
Barcelona/Perpignan/Rabat (sda/afd/dpa) Schneefälle haben in Teilen Südeuropas ein Chaos ausgelöst. Im Südwesten Frankreichs und im Nordosten Spaniens legte der Schnee am Dienstag das öffentliche Leben zeitweise weitgehend lahm, der Grenzverkehr zwischen beiden Ländern kam zum Stillstand.
Die Autobahn A9 zwischen Frankreich und Spanien im Osten der Pyrenäen wurde zwischenzeitlich gesperrt. 3000 Reisende konnten auf der spanischen Seite der Pyrenäen in der Nacht ihre Fahrt Richtung Frankreich nicht fortsetzen und wurden in Notunterkünften untergebracht.
Auf der französischen Seite der Grenze mussten 6000 Reisende die Nacht in Notunterkünften oder in ihren Zügen verbringen. Die Bahn habe in seinem in Narbonne liegengebliebenen Zug erst um drei Uhr nachts Decken ausgeteilt, sagte der Passagier Jean-Marc Rossignol.
Fast 2000 Lastwagen stauten sich wegen der gesperrten Strassen auf der französischen Seite der Grenze. Die Autobahn wurde erst am späten Dienstagvormittag wieder für den Verkehr geöffnet.
Schulfrei in Barcelona
Nach den schwersten Schneefällen seit 25 Jahren am Montag fiel in der Region um Barcelona am Dienstag für 166'000 Schüler der Unterricht aus, weil Schulbusse nicht fahren konnten.
Die Regierung der Region Katalonien richtete einen Krisenstab ein. Sie musste sich vorhalten lassen, trotz der Warnungen vor dem Schneesturm nicht genügend Vorkehrungen getroffen zu haben.
Schnee auch auf Korsika
In der Nacht zum Dienstag schneite es auch auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika. Mehrere Pässe mussten vorübergehend gesperrt werden. Im Norden der Insel fiel bei 2000 Haushalten der Strom aus.
Am Dienstagvormittag begann auch in den historischen italienischen Städten Florenz, Pisa und Siena sowie auf der Mittelmeerinsel Elba Schnee zu fallen. In einigen Regionen führte der Schnee zu massiven Verkehrsbehinderungen. Die Behörden rechneten bis Mittwoch weiter mit schlechtem Wetter.
In Sizilien und in der Region Kalabrien wurden Erdrutsche befürchtet. In der Bergregion des Piemont wurde die zweithöchste Lawinenwarnstufe ausgerufen.
Mindestens zehn Tote bei Überschwemmungen in Marokko
Heftige Regenfälle haben in Marokko Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst, durch die mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen sind.
Wie die Behörden am Mittwoch mitteilten, ertranken sieben Menschen, als ein Fluss in einem Dorf im 250 Kilometer südlich von Rabat gelegenen Ksiba-Distrikt am Dienstag über die Ufer trat. Beim Einsturz zweier Lehmhäuser wurden weitere sechs Menschen verletzt. In der Stadt Taza im Nordosten und in Midelt im Zentrum starben laut der Nachrichtenagentur MAP drei Menschen bei schweren Stürmen.
Durch die Unwetter der vergangenen Woche wurden in dem nordafrikanischen Land Gebäude zerstört, Brücken weggespült, Anbauflächen vernichtet und Stromleitungen unterbrochen. Bereits im Februar waren bei Stürmen mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen.



